Der Interdisziplinäre Qualitätszirkel II

Förderung salutogener Ressourcen im Beratungsgespräch (Dr. O. Bahrs, MA S. Heim) (2001-2002)

Dass Patientenvertreter ihr Expertenwissen systematisch und kontinuierlich in einen Qualitätszirkel einbringen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der regionalen Versorgung leisten können, ist im deutschsprachigen Raum erstmalig im Rahmen des Interdisziplinären Göttinger Qualitätszirkels möglich geworden. Diese Initiative entspricht dem Geist der Gesundheitsreform 2000, durch die den Patienten als dritter Kraft neben Ärzten und Krankenkassen ein neuer Stellenwert im Gesundheitssystem der BRD eingeräumt werden soll. Strukturen für die Umsetzung dieses Anspruchs sind jedoch kaum vorhanden und müssen erst noch geschaffen werden. Interdisziplinäre Qualitätszirkel könnten dafür einen wichtigen Baustein liefern, da gerade Qualitätszirkel ein kreativer Ort gemeinsamen Denkens sind und eine gute Möglichkeit bieten, bestehende Paradigmen zu verlassen.Die Erforschung und Förderung der Salutogenese hat neben die Frage nach der Pathogenese zu treten. In diesem IQZ (April 2001 bis Dezember 2002) wurde die Aufmerksamkeit gezielt auf diese Punkte gelenkt. Hilfe zur Selbsthilfe geht damit über die Kooperation mit Selbsthilfegruppen hinaus und wird zur Grundorientierung im Gesundheitsbereich.

Hervorgegangen aus dem letzten IQZ (s.u.) zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit psychosozialen Problemen widmet sich der neue IQZ neben Fragen der Vernetzung gezielt dem Herausarbeiten salutogener Ressourcen im Beratungsgespräch. Nachdem das Projekt Brinkum (s.u.) bei den Haltungen und Einstellungen der verschiedenen Protagonisten ansetzte und im letzten IQZ die Perspektiven der klassischen Selbsthilfe im Vordergrund standen, steht hier im Fokus, dass eine Selbsthilfegruppe nicht immer die adäquate Form der Selbsthilfeförderung sein muss, denn es gibt vielfältige Möglichkeiten der Förderung salutogener Ressourcen, von denen die klassische Selbsthilfe nur einen Teil abdeckt.

In der Zusammensetzung ähnlich wie sein Vorläufer – Hausärzte, ein ärztlicher Vertreter des örtlichen Sozialpsychiatrischen Dienstes, Sozialpädagogen aus verschiedenen Beratungsstellen, Psychologen sowie Vertreter von Selbsthilfegruppen – traf sich die Gruppe in sechswöchigem Rhythmus, um anhand von Fallbeispielen aus der jeweiligen Praxis nach dem Vorbild des Videoseminars (s.u.) Möglichkeiten zur Förderung salutogener Ressourcen zu erarbeiten.

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